02 November 2007 @ 20:15
Heute ist ein trauriger Tag. Vor diesem Tag habe ich jedes Jahr auf's Neue Angst. Denn dann kommen sie immer wieder hoch. Diese Gefühle die ich am liebsten mitsamt einem großem Felsen auf dem Meeresgrund versenken würde. Ich habe das Bedürfnis einfach losschreien zu müssen, aber es passiert nicht. Irgendwie bin ich da wie venagelt. Selbst wenn Dean mich darauf anspricht oder mir vorwirft, dass ich, seiner Meinung nach, nicht genug Gefühl zeige. Aber was soll ich denn machen? Es geht einfach nicht. Auch nach all den Jahren nicht.

Mittlerweile ist es nun schon das 24te Jahr. Heute auf den Tag genau vor 24 Jahren hat dieser verdammte Dämon unsere Familie... meine Familie zerstört. Wieso nur? Wieso ausgerechnet wir? WIESO MUM?
Ich vermisse sie so schrecklich! Auch wenn ich sie nie kennenlernen konnte... oder vielleicht doch gerade deswegen. Ich hätte nur zu gern ihr Lachen gehört... hätte gern gewußt wie sie riecht...
Dean hat mir mal erzählt, dass sie nach einer Mischung aus Schokolade und Vanille roch. In meinen Gedanken habe ich mir diesen Geruch vorgestellt. Er ist wunderschön und ich trage ihn immer bei mir. Das ist das Einzige was mir von ihr geblieben ist. Ein imaginärer Duft. Ein Duft und zwei Fotos.

Diese Fotos hat Dad damals gemacht und mir an ebenso einem Tag wie heute geschenkt. Er sagte 'Damit deine Mummy immer bei dir ist.' Wie oft habe ich mir gewünscht, dass dies wahr werden würde? Wie oft habe ich die Bilder angesehen und gehofft, dass die Person auf den Bildern im nächsten Moment in mein Zimmer käme um mich einfach nur in den Arm zu nehmen?! Doch war mir im selbem Moment sofort wieder bewusst, dass dies nie passieren würde.

Meine Mutter war tot, unsere Familie zerstört und ich saß allein in meinem Zimmer und staarte auf zwei Stücke Papier mit einer mir eigentlich unbekannten Frau darauf. Doch dann kam jedes Mal mein Bruder, setzte sich zu mir und erzählte mir etwas über unsere Mutter. Und danach blieb er immer noch solange bis ich eingeschlafen war.

Nun sitze ich hier und staare wieder auf diese beiden Bilder meiner Mutter und wünsche mir nichts mehr als dass mein Bruder sich zu mir setzt und mir etwas über sie erzählt.


xXx,
 
 
 
 
23 Oktober 2007 @ 23:22
Ruhe! Man tut das gut.
Die letzten Tage waren einfach wieder nur Wahnsinn. Horror pur.
Alles fing damit an, dass Dean diesen Fall hier in Wichita aufgetan hatte. In einem Horror-Vergnügungspark verschwanden innerhalb weniger Tage 25 Männer. Allesamt waren mit ihren Frauen oder Freundinnen dort und keine von denen hatte irgendwas Merkwürdiges oder so mitbekommen. Ihre Männer waren einfach von einen auf den anderen Augenblick spurlos verschwunden.
Die Polizei ging bei den ersten Fällen davon aus, dass die Männer sich einfach nur aus dem Staub gemacht hätten; doch als sich die Vorkommnisse häuften und jetzt der 25te Fall bekannt wurde änderten die Behörden ihre Meinung und gingen nun von einem Serientäter aus.

Mit einer mal wieder endlosen Fahrt (wieso muss Dean nur so 'ne Angst vor'm Fliegen haben?) von ca. 15 Stunden ging es dann mit dem Auto von Detroit nach Wichita um sich dort um den vermeintlichen Serientäter zu kümmern.
Während der Fahrt habe ich mit Dad's Tagebuch und meinem Laptop versucht raus zu bekommen um was es sich da in dem Park handeln könnte und bin auch auf was gestossen. Dad war während einer seiner Jagdzüge mal auf eine männerverschlingende Frau getroffen. Und das männerverschlingend war bzw. ist im wahrsten Sinne des Wortes so gemeint. Dad nannte sie/es einen Ypsilon-Dämonen. Ok... ich muss zugeben, dass mein Vater nicht immer die besten Einfälle hat, aber nun ja... hauptsache man kann das Dingen benennen. Oder nicht?
Als ich Dean von meiner Theorie erzählte grinste er nur und meinte, dass er sich schon darauf freuen würde ihr zu begegnen. Und dann hatte er mal wieder sein typisches Grinsen aufgesetzt. Wieso kann der eigentlich nicht mal ernst bleiben?

Wir sind gegen Abend in Wichita angekommen und nachdem wir uns ein Zimmer in einem Motel in der Nähe des Parks gemietet hatten ging es auch schon los.
Als Kinder waren wir nie in solchen Parks - desto abstruser kam mir dieser überzogene, drei-dimensionale und auf's Schlimmste überzogene Entertainmentfaktor vor dem ich dort begegnete. Riesige Puppen die auf Monster getrimmt waren, Lautsprecher an jeder Ecke aus denen irgendwelche pseudogruseligen Geräusche kamen, Menschen die sich als Zombies versuchten... am liebsten wäre ich wieder gegangen. Aber wir waren ja nicht zum Zeitvertreib da und so versuchte ich das alles zu ignorieren... auch wenn's nicht gerade leicht fiel, denn irgendwie meinte so ein oberwitziger Typ mir die erste Zeit immer hinterherschleichen zu müssen. Doch irgenwann hatte er wohl die Nase voll und wir konnten endlich mit unseren Recherchen anfangen.

Dean hatte sich zuvor Informationen besorgt, damit wir nicht den ganzen Park absuchen mussten. Und auch wenn die Stellen, an denen die Männer verschwanden, immer wieder Andere waren so blieben sie doch immer in ein und der selben Gegend. Es war immer in der Nähe des sogenannten 'Apachengrabes'.
Schon als ich den Namen dieser 'Attraktion' las dämmerte es mir, aber ich wollte noch nichts sagen bevor ich mir nicht 100% sicher war. Deshalb schnappte ich mir wieder meinen Laptop und durchforstete das Internet nach den Stichworten Apachen, Grab, Rache, Männer und Verschwinden. Und ich wurde tatsächlich fündig.
Einer alten Indianerlegende zufolge sprach der Medizinmann jedes Jahr einen neuen Fluch über das Stammesgelände aus, der wirksam werden sollte, sobald sein Volk von dem Land vertrieben würde. Der Fluch beschwor eine Kreatur hervor, die alles Männliche (also dem nach alten Ansichten starkem Geschlecht) vom Land entfernten. So dass sich der Feind des Stammes nicht mehr vermehren konnte.

Es stellte sich heraus, dass ich mit meiner Vermutung richtig lag, denn als wir uns die Nacht darauf gut vorbereitet und bewaffnet im Park auf die Suche machten dauerte es nicht lang und eine indianisch aussehende Gestalt erschien ... direkt vor unseren Augen. Es war unser Glück, dass wir den alten Talisman dabei hatten, den Bobby uns mal gegeben hatte - sonst hätte es wohl einen oder sogar beide von uns erwischt. Doch so kam diese Kreatur nur immer näher auf uns zu und mit jedem Schritt erkannte man, dass es sich nicht um einen Indianer oder ähnliches handelte, sondern eher um eine Kreatur mit langen Zähnen, riesigen Augen und Pranken, die eher an Schaufelbagger erinnerten.

Nachdem das Vieh dann letztendlich auf uns losgehen wollte und wir gerannt sind was das Zeug hielt versteckten wir uns erstmal in einem naheliegendem Gebäude. Leider schien es eine Würstchenbude zu sein und Dean meinte doch tatsächlich, dass er jetzt einen Hot Dog essen könnte. Ähm... hallo? Wir waren auf der Jagd und der denkt ans Essen. Typisch Dean!

Naja... auf jeden Fall wurde es mit der Zeit ziemlich brenzlig und es sah beinahe so aus als würden wir Nr. 26 und 27 auf der Liste der verschwunden Männer werden, doch dann hatte Dean eine Idee. Er meinte wenn wir das Monster in dieses Apachengrab (es war eigentlich nichts Anderes als eine etwas ausstaffierte Höhle) locken könnten wäre das die halbe Miete. Er würde dann noch ein kleines Feuer legen und wir müssten das Viech los sein.
Ich war mir da zwar nicht so sicher wie mein Bruder, aber da ich auch keine bessere Idee anbieten konnte haben wir es so gemacht.

Also losgerannt, Viech reingelockt (man fühlt sich nicht gerade gut als Köder in einer dunklen Pappschachtel), Feuer gelegt und zugesehen wie sich der Fluch buchstäblich in Rauch auflöste.
Mit dem Verschwinden der Kreatur tauchten wie von Geisterhand jedoch auf einmal alle vermissten Männer wieder auf und irrten leicht verwirrt umher.
Nachdem wir alle zum Ausgang gebracht und uns selbst auch als im Park Verschollende ausgegeben hatten fuhren wir zurück zum Motel wo wir uns nur noch auf's Ohr gehauen haben.

Und während ich das hier gerade schreibe ist Dean immer noch am schlafen.
Typisch Dean. =)


xXx,
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18 Oktober 2007 @ 15:04
So... da bin ich wieder. Wir sitzen hier gerade irgendwo zwischen Detroit und Wichita in einem dieser elenden Truckstops. Dean wäscht gerade seinen Wagen, dass heißt, dass ich mal wieder ein paar Minuten für mich habe. Wie ich das genieße. So gern ich Dean ja habe - aber irgendwie treibt er mich immer wieder in den Wahnsinn. Ich weiß nicht ob er das absichtlich macht, aber er scheint es immer zu genießen. Aber das war ja schon immer so und man gewöhnt sich mit der Zeit ja selbst an die schlimmsten Schmerzen. =)

Ach ja... ich habe jetzt beinahe vergessen was ich eigentlich schreiben wollte.
Ich wollte doch schreiben was das für ein neuer 'Fall' ist den Dean da aufgetan hat. Also dann...

In einem Vergnügungspark in Wichita, der sich passenderweise 'Haunted Island' nennt, soll ein Monster Männer verschleppen. Zumindest sagen das gut 25 junge Frauen laut Polizeiunterlagen. Das hat natürlich direkt Dean's Interesse geweckt - oder ist er vll. doch auf die Mädchen aus? Bei dem weiß man ja nie. Aber nun gut... ich bin mittlerweile auch soweit, dass ich wissen will was da los ist - besonders nachdem ich gelesen habe, dass sich 1863 eine indianische Siedlung an dieser Stelle befand.

Oh... Dean kommt. Ich muss Schluß machen, denn ich habe keinen Bock, dass er mich aufzieht.


xXx,
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17 Oktober 2007 @ 23:10
Wieso fange ich das hier letztendlich an? Das frage ich mich nun schon seit Stunden.
Ich habe hin- und herüberlegt was ich denn überhaupt schreiben soll.
Gut, wir sind tagtäglich unterwegs und jagen irgendwelche Geisterwesen, Phantome, Wendigos oder dergleichen, aber muss ich das auch aufschreiben? Ich meine... wieso kann ich nicht mit Dean darüber sprechen? Das sollte doch eigentlich kein Problem sein - immerhin ist er mein Bruder und wir machen das alles gemeinsam. Aber irgendwie...
Ach ich weiß auch nicht. Vielleicht ist es weil er mich zu sehr an Dad erinnert?!? Oder es ist weil wir einfach zu verschieden sind. Dean ist der Draufgänger; er hat sein Leben vollkommen der Jagd verschrieben. Ich hingegen möchte einfach nur ein normales Leben führen. Ohne irgendwelche Monster die einen umbringen wollen oder dergleichen. Wie gern würde ich wieder studieren. [...]
Ok, nachdem Jess ge... also nachdem die Sache mit Jessica geschehen war konnte ich mir das eigentlich nicht mehr vorstellen. Ich war einfach nur voller Wut; in mir heerschte eine große Leere und Traurigkeit und die muss ich irgendwie ausmerzen. Egal wie. Doch mittlerweile sehne ich mich nur noch nach meinem Zuhause und der Uni zurück.

... Dean ist gerade reingekommen und erzählt mir wieder mal was von irgendeinem neuem Fall.
Ich werde bei nächster Gelegenheit weiterschreiben.


xXx,
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